GeschichtlichesDie Stoos KapelleVor etwa 300 Jahren etwa, als hier in kurzen Sommermonaten die Älpler ihr Vieh sömmerten, sorgte "der fromme Sinn der Älpler", so eine Chronik, dafür, dass eine Kapelle erbaut wurde. Der Arzt Franz-Dominik Fassbind aus Schwyz Stiftete sie. Es wurde ein kleines Heiligtum aus Stein, am Rand eines Wäldchens gelegen. Am 16. Oktober 1721 eingesegnet, erhielt die Kapelle am 29. Juli 1730 durch den Konstanzer Weihbischof Johann-Fran-Anton Graf von Siegenstein ihre Weihe. In zwei Jahrhunderten aber wurde das Kapellchen feucht und moderig.
Am 17. Juli 1932 war das neue Heiligtum auf dem Balmberg vollendet und wurde von Pfarrer Franz Odermatt in Schwyz eingesegnet. Man hatte die würdevolle Ausstattung aus der alten Kapelle in die neue gerettet. Aus dem Bergholz vom Stoos gezimmert und getäfert, wurde die Stoos-Kapelle zur Heimat der Stöösler, der Sportler und Wallfahrer. Architekt Joseph Steiner in Schwyz erstellte die Pläne. Das achteckige Türmchen lässt zwei Glöcklein hell in den Morgen bimmeln. Die kleinere Glocke stammt aus der alten Kapelle und wurde 1718 in "Lindauw" gegossen, die grössere 1932 in Staad. Sonnengebräunte Holzschindeln kleiden die Kapelle liebevoll ein. Wer durch die Türe ins "Vorzeichen" tritt, wird von viel Vertrauen empfangen. Votiv-Tafeln, die älteste aus dem Jahr 1728, erzählen von Kümmernissen und der Hilfe und Sorge der Gottesmutter.
Man tritt wie in eine heimelige Stube ein. Alles in Holz. Daraus leuchtet der Altar mit seinem Gold aus den Rosetten, Rahmen und Leuchtern. Das Gnadenbild überrascht: Maria mit dem Jesusknaben, die Kopie eines Gemäldes von Lucas Cranach (1472-1515), das sich in Innsbruck befindet. Der Restaurator H. Schilter malte 1932 dem nackten Jesuskind einen Schleier. Links seht die Statue des hl. Josef, rechts des hl. Franz von Assisi. Oben höckeln vie Engel föhlich auf den Simsen. Der Altar erinnert an den Barock. Links und rechts an der Altarwand stehen zwei Leuchter tragende Engel. in der alten Kapelle waren es St. Wendelin und St. Antonius, der Einsiedler. Für die neue Kapelle hat man sie mit Flügeln und Brokat himmlich zu Engeln geliftet. Dafür schnitzte Beat Gasser in Lungern die beiden Heiligen für den Chorbogen neu: lins der hl. Wendelin mit dem Schaf, der schon Patron der alten Kapelle war, rechts der Wüsten heilige Antonius mit seinem Säulein. Beides sind die lieben Bauernheiligen.
Oben im Chorbogen ist eine hölzerne, farbig gefasste Kreuzigungsgruppe angebracht. In den spitzbogigen Fenstern des Kirchenschiffs, ein Werk von Albin Schweri, begleitet uns der Werktag: der Beruf, das Familiengebet, das Krank-Sein. Der Kreuzweg wurde vom Tiroler Alfons Nuflauer in Holz geschnitzt. Links vorne befinden sich eine kleine Sakristei und ein Beichtstuhl, darüber eine düstere Priesterkammer. Hinten das Vorzeichen und darüber eine gräumige Empore.
Die Stoos-Kapelle ist Ziel, Freude und Heimat für die Stöösler, Sportler, Wallfahrer und viele Hochzeitspaare.
Auszug aus: Morschach Pfarrkirche St. Gallus und St. Mauritius mit seinen Kapellen, Kunstverlag Josef Fink. Lindenberg, 1. Auflage 2004
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